Angriff der Heuschrecken
Zerstörung der Nationen und globaler Krieg
(Pahl-Rugenstein, 230 Seiten, 17.90 Euro, Erstverkaufstag: 14. Januar
2007)
Die einzig verbliebene Supermacht duldet neben sich keine andere Nation.
Die Heuschrecken des Kapitalismus fressen alles kahl und verwüsten auch
blühende Volkswirtschaften. Wie vor hundert Jahren entstehen rund um den Globus Kolonien und Halbkolonien – sowie Konzentrationslager für die Eingeborenen.
Die Lektüre dieses Buches könnte zu Schlaflosigkeit führen. Präsentiert
wird keine trockene Analyse, sondern ein blutiges Schlachtengemälde: der
Aufmarsch einer gewaltigen Armada und die ersten erfolgreichen Gegenstöße des Widerstandes.
Inhaltsübersicht
Kapitel 1: Imperium der Aliens
Wie der Kapitalismus seine Produktionsgrundlagen vertilgt und die menschliche Arbeitskraft ausspuckt – und einen denationalisierten
Ultra-Imperialismus zeugt
Der Anbruch einer antinationalen Epoche verweist auf tiefe Brüche in den wirtschaftlichen Grundlagen des Weltsystems. Im ersten Kapitel wird aufgezeigt, daß es sich bei der Globalisierung nicht um ein Optimierungs-, sondern um ein Selbstmordprogramm des Kapitalismus handelt. Die Fundamente des Ware-Geld-Verhältnis sind zerrüttet. Seit dem 11. September 2001 hat die US-Notenbank Federal Reserve mehr Dollars in den Umlauf gepumpt als in den über 200 Jahren zuvor. Der Wert des Greenback ist nur noch durch militärische Erpressung gedeckt – bis alles in Scherben fällt.
Kapitel 2: Die Kollaborateure
Über Michel Foucault und Toni Negri und ein bißchen über Britney Spears:
Wie die Achtundsechziger lernten, das Imperium zu lieben
Postnationalen Geisterfahrer – eine Tour d‘horizon von 1968 bis heute mit
einer ausführlichen Kritik des pseudo-linken Bestsellers „Empire“ und
einigen Provokationen über die Multikulti-Strategie des Großkapitals.
Kapitel 3: Die Klugheit der Samurai
Die Globalisierung als „nicht umkehrbarer Prozeß“? Dagegen steht die
Theorie von Karl Marx – und fernöstliche Weisheit
Der japanische Autobauer Toyota hat eine Ökonomik inspiriert, die gar
nicht so weit von der Ökonomie Karl Marx‘ entfernt ist. Beide dementieren das Gerede von der „alternativlosen“ Globalisierung, das derzeit von den
Großkonzernen über die linke Mitte bis hin zu manchen Autonomen
nachgebetet wird.
Kapitel 4: Micky Mouse trifft Adolf Hitler
Der nationalistische Faschismus ist passé – sein postmoderner Bastard ist globalistisch
Dieses Schlüsselkapitel zeigt die Charaktermasken des neuen Ultraimperialismus in Aktion: Die US-amerikanischen Neokonservativen, die tonangebende Fraktion im Pentagon, arbeiten seit 9/11 gezielt auf einen Weltkrieg hin. In Deutschland werden sie publizistisch auch durch
ehemalige Linke (sogenannte „Antideutsche“) unterstützt. Im Innern der USA wird Demokratie Zug um Zug abgeschafft – ein Putsch der Schattenregierung um Vizepräsident Dick Cheney droht. Im Unterschied zum klassischen Faschismus
hat die neue Barbarei kein nationalistisches, sondern ein globalistisches
Profil. Und: Antiislamismus ist heute die wichtigste Haßideologie – nicht
mehr Antisemitismus. Dies muß Auswirkungen haben auf den
antifaschistischen Kampf.
Kapitel 5: Alle Macht dem Volke
Schluß mit Realo-Anpasserei und Fundi-Dogmatismus: Die Linke kann nur mit einer populistischen Strategie die Heuschrecken vertreiben
Das Kapitel vergleicht verschiedene Möglichkeiten, wie sich progressive
Regierungen zwischen Peking, Brasilia und Caracas gegen den
Neoliberalismus wehren. Auch in Deutschland könnten die Sozialisten wieder eine geschichtsmächtige Kraft werden, wenn sie mit Fundi-Dogmatismus ebenso brächen wie mit Realo-Spielereien und sich endlich der Mehrheit der Bevölkerung zuwendeten, statt sich auf die Probleme von Randgruppen zu kaprizieren. Mit einer populistischen Strategie könnten sie die Politikverdrossenen ansprechen, die die anderen Parteien längst aufgegeben haben: Alle Macht dem Volke, verjagt die Heuschrecken, Schluß mit der Unterordnung unter die US-Politik- das ist die Melodie, die die Verhältnisse zum Tanzen bringen wird.
Kapitel 6: Was tun?
Im Zeitalter der Globalisierung stellt sich die nationale Frage neu – auch in Deutschland. – Wer sich von dieser Ankündigung nicht schrecken läßt, wird mit einem Erläuterungen von Peter Hacks und Oskar Lafontaine belohnt – und mit konkreten Vorschlägen für die politische Praxis. „Man muß die Bande überraschen!“, wie Hacks gesagt hat.
Hervorhebungen von leo.